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Donnerstag, 13. August 2026

Paranormal Activity: Next Of Kin - Paranormal Activity: Verwandschaftsverhältnisse (2021)

https://www.imdb.com/title/tt10515988/
https://letterboxd.com/film/paranormal-activity-next-of-kin/

Margot (Emily Bader) wurde in jungen Jahren zur Adoption freigegeben und hat ihre leibliche Mutter nie kennengelernt. Nun, wo sie erwachsen ist, macht sie sich auf die Suche nach ihrer Familie. Zusammen mit ihrem Freund, der das mögliche Aufeinandertreffen und den Weg dorthin filmen soll, begibt sie sich auf einen Roadtrip ins Ungewisse. Ihre Recherchen führen Margot zu einer amischen Glaubensgemeinschaft, wo sie zunächst mit offenen Armen empfangen wird. Was mit netten Gesten beginnt, entpuppt sich aber schon bald als wahrer Alptraum: Seltsame Vorkommnisse häufen sich, schreckliche Entdeckungen geben Rätsel auf und das Schweigen der Gemeinschaftsmitglieder lässt keinen Zweifel daran, dass hier dunkle Kräfte am Werk sind. Die Wahrheit über ihre biologische Mutter und der Grund für die Trennung von ihr ist ein blutgetränktes Kapitel in Margots Vita, das besser verborgen geblieben wäre.

Nach sieben Filmen schien die "Paranormal Activity"-Reihe erzählerisch weitgehend auserzählt. Mit "Paranormal Activity: Next Of Kin" wagte Paramount daher einen nahezu vollständigen Neustart. Statt die bekannte Geschichte um Katie, Kristi und den Dämon Toby fortzuführen, schlägt der achte Film einen völlig neuen Weg ein. Regisseur William Eubank und Drehbuchautor Christopher Landon verabschieden sich weitgehend von der bisherigen Mythologie und erzählen einen eigenständigen Found-Footage-Horrorfilm. Diese Entscheidung ist zweischneidig, denn einerseits fühlt sie sich oft wie ein solider Horrorfilm an - andererseits nur eben kaum wie ein "Paranormal Activity"-Film. Dabei ist sein neuer Ansatz stark. Statt erneut Überwachungskameras in einem Vorstadthaus zu platzieren, verlegt "Paranormal Activity: Next Of Kin" den Schauplatz in eine abgelegene, von der Außenwelt isolierte Gemeinde. Dadurch entsteht von Beginn an eine spürbare Unruhe. Die fremde Umgebung, die schweigsamen Dorfbewohner und die religiös geprägten Traditionen erzeugen eine Atmosphäre, die eher an Folk-Horror-Klassiker wie "The Wicker Man" oder moderne Vertreter wie "Midsommar" erinnert als an die bisherigen Filme der Reihe.

Auch William Eubank beweist erneut sein Gespür für stimmungsvolle Bilder. Obwohl der Film formal weiterhin als Found-Footage präsentiert wird, wirkt die Kameraarbeit deutlich hochwertiger und abwechslungsreicher als in vielen Vorgängern. Die weitläufigen Wälder, dunklen Scheunen und unterirdischen Tunnel schaffen eine beklemmende Kulisse, die hervorragend zur Geschichte passt. Besonders die zweite Filmhälfte steigert die Spannung kontinuierlich und liefert einige wirkungsvoll inszenierte Horrormomente. Positiv fällt außerdem auf, dass der Film deutlich mehr Wert auf eine zusammenhängende Handlung legt. Statt ausschließlich auf langsam zuschlagende Türen oder sich bewegende Gegenstände zu setzen, entwickelt sich hier ein echter Mystery-Plot mit Geheimnissen, Familiengeschichte und religiösem Fanatismus. Genau darin liegt allerdings auch das größte Problem des Films. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto deutlicher stellt sich die Frage, warum dieser Film überhaupt den Titel "Paranormal Activity" trägt. Die bekannten Elemente der Reihe - der schleichende Aufbau, die allgegenwärtige Bedrohung im eigenen Zuhause und die Mythologie um Toby - spielen praktisch keine Rolle mehr. Stattdessen erinnert "Paranormal Activity: Next Of Kin" über weite Strecken an einen eigenständigen Okkult-Horrorfilm, dem erst spät das Franchise-Logo aufgesetzt wurde. Hinzu kommt, dass der Found-Footage-Ansatz nicht immer konsequent genutzt wird. Immer wieder wirkt die Kameraführung deutlich zu inszeniert, um noch glaubhaft als dokumentarisches Material durchzugehen. Dadurch verliert der Film einen Teil jener Authentizität, die gerade die ersten beiden Teile so wirkungsvoll machte.

Auch das Finale fällt etwas überladen aus. Nachdem der Film lange auf subtile Spannung setzt, schlägt der Schluss deutlich actionreichere und effektreichere Töne an. Zwar sorgt das für Tempo, gleichzeitig geht jedoch ein Teil der zuvor aufgebauten unheimlichen Atmosphäre verloren. Unterm Strich ist er als Neustart mutig und funktioniert für sich genommen überraschend gut. Gleichzeitig entfernt er sich so weit von den Wurzeln der Reihe, dass der Bezug zum "Paranormal Activity"-Universum oft nur noch auf dem Titelblatt existiert. Wer einen eigenständigen Folk- und Mystery-Horrorfilm sucht, wird solide unterhalten. Fans der ursprünglichen Reihe dürften dagegen viele der vertrauten Stärken vermissen.

2,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkRoom 101/Blumhouse Productions/Paramount Players/ARRI Media/Solana Films/Paramount Pictures

Dienstag, 4. August 2026

Paranormal Activity 3 (2011)

https://www.imdb.com/de/title/tt1778304/
https://letterboxd.com/film/paranormal-activity-3/

Das Prequel zur "Paranormal Activity"-Reihe erzählt die Vorgeschichte der rätselhaften Ereignisse um Katie (Katie Featherston) und ihre Familie, die von einem bösen Dämon heimgesucht wird. Ihre Schwester Kristi (Sprague Grayden) möchte der Frage auf den Grund gehen, warum der Dämon ausgerechnet sie und Katie auserwählt hat. Sie sichtet Videomaterial aus ihrer Kindheit in den 1980ern und schnell wird klar, dass Katie ihre Schwester damals in ein verhängnisvolles Ritual verstrickte, das die Zukunft der beiden auf schreckliche Weise verändert hat. Angelockt von den Kindern, beginnt der Dämon sein unsichtbares, aber teuflisches Spiel.

Nach dem Überraschungserfolg von "Paranormal Activity" und der direkten Fortsetzung stand die Reihe vor einer schwierigen Aufgabe: Wie hält man das Found-Footage-Konzept frisch, ohne die bekannten Zutaten ständig zu wiederholen? Die Antwort lieferte "Paranormal Activity 3" in Form eines Prequels. Das Regieduo Henry Joost und Ariel Schulman verlegte die Handlung ins Jahr 1988 und erzählte die Vorgeschichte der Schwestern Katie und Kristi. Der dritte Teil verlässt sich dabei auf schleichenden Horror statt auf Jump-Scares. Das Publikum weiß oft schon, dass gleich etwas passieren könnte - doch wann und wie, bleibt lange unklar. Gerade diese permanente Erwartungshaltung sorgt für eine konstante Anspannung, die den Film über weite Strecken trägt. Besonders einfallsreich sind die neuen Kameraideen. Das improvisierte Kamerasystem, bei dem eine Videokamera auf einem oszillierenden Ventilator montiert wird und langsam zwischen zwei Räumen hin- und herschwenkt, gehört inzwischen zu den ikonischsten Momenten der gesamten Reihe. Jeder Schwenk erzeugt Nervosität, weil sich die Szenerie bei jeder Rückkehr minimal verändert haben könnte. 

Auch die beiden jungen Darstellerinnen Chloe Csengery und Jessica Tyler Brown überzeugen als Katie und Kristi. Ihre natürliche Darstellung verleiht den übernatürlichen Ereignissen zusätzliche Glaubwürdigkeit. Gleichzeitig funktioniert die Chemie innerhalb der Familie erstaunlich gut, wodurch sich der Zuschauer stärker mit den Figuren identifizieren kann als in manchen anderen Teilen der Reihe. Positiv fällt außerdem auf, dass das Prequel die Hintergrundgeschichte der dämonischen Ereignisse erweitert, ohne dabei alles vollständig zu erklären. Der Film streut neue Hinweise über den Ursprung des Fluchs ein und verknüpft sie geschickt mit den späteren Filmen. Dadurch gewinnt das Franchise zwar an Mythologie, bewahrt sich aber dennoch einen gewissen rätselhaften Charakter.

Dennoch zeigt auch "Paranormal Activity 3" die bekannten Probleme der Reihe. Über weite Strecken passiert erzählerisch relativ wenig. Viele Szenen folgen dem inzwischen vertrauten Muster: ruhige Alltagsmomente, kleine übernatürliche Vorfälle, anschließend wieder längere Ruhephasen. Wer bereits die ersten beiden Filme kennt, wird deshalb vieles als wenig überraschend empfinden. Bis zum Finale steigert sich der Film dann deutlich und liefert einige wirkungsvolle Bilder, doch die Auflösung wirkt hektischer als der sorgfältige Spannungsaufbau zuvor. Einige Handlungsfragen bleiben bewusst offen, was zwar zum Mysterium beiträgt, aber trotzdem eher Frustration als Faszination auslöst. Gleichzeitig leidet der Film unter dem bekannten, sehr repetitiven Erzählmuster der Reihe und einem Finale, das nicht alle Erwartungen erfüllt. "Paranormal Activity 3" ist unterm Strich eine empfehlenswerte Ergänzung - wer mit den Vorgängern jedoch wenig anfangen konnte, wird auch hier kaum bekehrt werden.

5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkParamount Pictures/Blumhouse Productions/Solana Films/Room 101

Mittwoch, 13. September 2023

Paranormal Activity: The Marked Ones - Paranormal Activity: Die Gezeichneten (2014)

https://www.imdb.com/title/tt2473682/
https://letterboxd.com/film/paranormal-activity-the-marked-ones/

Der junge Jesse (Andrew Jacobs) erfährt, dass die ältere Dame, die unter ihm wohnt, angeblich ermordet worden ist. Er ist neugierig, was da passiert ist, und so schleicht er sich in Begleitung von Freunden und mit einer Kamera bewaffnet in die Wohnung der Toten. Dort stellen die Jugendlichen schnell fest, dass das Leben der Dame offenbar viel interessanter war als ihr Tod: Ihre Wohnung ist voll ungewöhnlicher okkulter Gegenstände und ominöser Video-Kassetten, Jesse findet sogar ein Foto von sich selbst. In der anschließenden Nacht hat er heftige Albträume und zu seiner großen und unangenehmen Überraschung erwacht er am Morgen mit einer Bisswunde am Arm. Es muss etwas mit ihm geschehen sein, aber er hat keine Erklärung dafür. Nach weiteren rätselhaften Veränderungen machen sich Jesse und seine Freunde immer größere Sorgen und suchen Rat bei Ali (Molly Ephraim), die als Kind bereits eine Begegnung mit dem Bösen hatte ...

"Paranormal Activity: Die Gezeichneten" ist keine direkte Fortsetzung sondern ein Ableger, der die Gangart ändert und mit einem Kurzauftritt von Kristi Featherstons Stieftochter Ali aus "Paranormal Activty 2" zwar eine gewisse Verbindung herstellt, sonst aber rein gar nichts mit den Vorgängern gemeinsam hat. 

Dieser Teil einige gelungene Ansätze, die ihn etwas interessanter und aufregender erscheinen lassen  als die Vorgänger. Die lateinamerikanische Community ist eine Abwechslung und da die Jungs per Handkamera unterwegs sind, fällt das Treiben logischerweise dynamischer und vielfältiger aus, als mit fest installierten Geräten. Wirkungsvolle Schockmomente lassen zwar einige Zeit auf sich warten und als sie kommen, geraten sie nicht gerade innovativ, aber langweilig wird es immerhin nicht. Das elektronische Spiel "Senso" wird zudem als eine Art Medium genutzt, eine Art Superhero Origin Story wird angerissen, auf einer Party werden zwei Chicas aufgerissen und Gang Member werden um Rat und Tat gebeten. Nach dem ersten positiven Eindruck, dem Franchise endlich einen Tapetenwechsel zu verpassen, belässt man es aber in den entscheidenden Momenten jedoch beim Alten, was den Gesamteindruck letzten Endes extrem herunterzieht. Das Finale kann auch nicht mehr viel retten, da es irgendwie recht chaotisch und überstürzt abgehandelt wird. Naja.

4/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Paramount Pictures/Blumhouse Productions/Solana Films/Room 101

Montag, 11. September 2023

Paranormal Activity 4 - Paranormal Activity 4: Es ist näher als Du glaubst (2012)

https://www.imdb.com/title/tt2109184/
https://letterboxd.com/film/paranormal-activity-4/

Nach den grauenvollen Ereignissen, die Katie (Katie Featherston) im Jahr 2006 zugestoßen sind, ist die junge Frau verschwunden. Doch einige Jahre später beginnt der Spuk in einer anderen Nachbarschaft von neuem. Als neue und etwas seltsame Leute in die Nachbarschaft ziehen, fällt einer ansässigen Familie, besonders der Tochter Alice (Kathryn Newton) der kleine Junge ins Auge, der sich von Anfang an seltsam benimmt. Als die Mutter des Jungen für kurze Zeit ins Krankenhaus muss, bietet Alices Mutter zuvorkommend an, den Kleinen für einige Tage bei sich aufzunehmen. Doch als er das Haus betritt, beginnen seltsame Dinge vor sich zu gehen. Lampen flackern, Dinge bewegen sich wie von Geisterhand und nachdem Alice fast von einem Kronleuchter erschlagen wurde, hat sie genug und will den Jungen aus dem Haus haben. Doch ihre Mutter glaubt nicht an Geistererscheinungen, sondern stattdessen an einen Unfall und lässt nicht mit sich reden. Doch schon bald lässt sich nicht mehr abstreiten, dass in dem Haus etwas Seltsames vor sich geht. 

Man versucht im Stile einer Reality-Show frischen Wind in die "Paranormal Activity"-Reihe herein zu bringen - was leider vollkommen verunglückt. Somit ist dann auch Teil 4 ist nichts weiter als ein stumpfer, ideenloser Abklatsch, der dem Zuseher schnell Sand in die Augen streut. Dieses Mal stehen zwei Teenager und ein sonderbarer Nachbarsjunge im Mittelpunkt der Geschichte um paranormale Aktivitäten. Statt den üblichen Hand- und Überwachungskameras, kommen nun auch Aufnahmen von Webcams und Handys zum Tragen. Nichtsdestotrotz sind die Verschleißerscheinungen im vierten Teil der Reihe besonders stark ausgeprägt, da rein gar nichts geschieht, was die Vorgänger nicht schon effektiver umgesetzt haben. Obendrein schleichen sich Willkür und Unlogik ein und bescheinigen der Fortsetzung eine besonders unkreative und überraschungsarme Ader.

4,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Paramount Pictures/Blumhouse Productions/Solana Films/Room 101

Dienstag, 18. Oktober 2022

Paranormal Activity (2007)

https://www.imdb.com/title/tt1179904/
https://letterboxd.com/film/paranormal-activity/

Dem Pärchen Micah (Micah Sloat) und Katie (Katie Featherston) steht eine harte Beziehungsprobe bevor. Irgendetwas bringt sie um ihre Nachtruhe - es klopft an Türen, scharrt über den Boden, poltert... Micah beschließt deshalb, ihren Schlaf mit einer Videokamera zu überwachen. So bekommt das Paar gruselige Gewissheit: die Schlafzimmertür bewegt sich ohne Zutun! Ein zu Rate gezogener Parapsychologe (Mark Fredrichs) klärt das Paar dann darüber auf, dass Katie von einem Dämon verfolgt wird. Und der hat gerade erst angefangen, sie und ihren Freund zu quälen... 

"Paranormal Activity" ist ein kleines Phänomen. Nicht wegen der Schauspieler, oder dem geringem Budget. Sondern wegen dem, was hier seit "Poltergeist" aufgebaut und gezeigt wird: Das Mysterium um übernatürliche Ereignisse in einem Haushalt. Gegenstände bewegen sich, ein lautes Geräusch, Schatten huschen über Wände, Töpfe und Pfannen klappern. "Paranormal Activity" spielt genau mit der Angst des Zuschauers vor dem Unerklärlichen und erzeugt so einen ansprechenden Nervenkitzel. Doch der Film spielt nicht nur mit dem Zuschauer, sondern auch mit der Angst selbst und probiert sich aus. Zudem ist "Paranormal Activity" das Sinnbild für Minimalismus. Eine Kamera plus ein Pärchen ergibt ein Kammerspiel der besonderen Art. So wird die Atmosphäre auf hohem Niveau gehalten und - mehr noch - kontinuierlich aufgebaut. Die Spannung hingegen schwankt etwas, kann aber mitreißen. So avanciert "Paranormal Activity" leicht zu einem der besten Gruselfilm, und noch dazu einem, der ohne Blut und Gekröse auskommt. Weil man sich nie sicher sein kann ob das hier nun "Found Footage" ist oder nicht (selbstverständlich ist der Film nur darauf aufgebaut) und alles so authentisch wirkt, die Schauspieler "vor sich hin leben" und in die Ereignisreihe gestürzt werden, hat man als Zuschauer ständig das Gefühl in voyeuristischer Art und Weise die Ecken des Bildschirms sondieren zu müssen, um ja nichts zu verpassen. Das macht "Paranormal Activity" aus, das gruselt, das gefällt. Man hätte es rückblickend aber bei einem Teil belassen sollen. Alles nachfolgende lutschte die ursprünglich tolle Idee nur aus.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkBlumhouse Productions/Solana Films/Paramount Pictures

Samstag, 15. Oktober 2022

Paranormal Activity 2 (2010)

https://www.imdb.com/title/tt1536044/
https://letterboxd.com/film/paranormal-activity-2/

Zwei Monate vor Teil 1: Kristi (Sprague Grayden), Schwester von Katie (Katie Featherston), hat gerade ein Baby zur Welt gebracht. Sie, ihr Ehemann Dan (Brian Boland) und dessen Tochter Ali (Molly Ephraim) freuen sich sehr über das neue Familienmitglied. Doch dann behauptet die mexikanische Haushälterin Martine (Vivis Cortez), dass ein böser Geist im Haus umgeht. Die Familie nimmt diese Warnungen nicht ernst. Als eines Tages das komplette Haus verwüstet ist, glauben die Reys an herkömmlichen Vandalismus, und dass sich der automatische Poolreiniger Nacht für Nacht aus dem Wasser springt, führt Dan auf eine falsche Einstellung am Gerät zurück. Das dämonische Treiben hat jedoch gerade erst begonnen... 

Nach dem Überraschungserfolg von "Paranormal Activity" war es eigentlich keine große Überraschung, dass das produzierende Studio aus dem Found-Footage-Thriller eine ganzes Franchise aufzubauen versuchte. Leider konnte nicht einer der nachfolgenden Filme an den Erfolg des Erstlings anknüpfen. Warum? Nun - die Idee und die Überraschung war bereits nach dem Erstling quasi weg. Der zweite Teil ist also "nur" ein Neuaufguss mit bekannter Idee, bekanntem Ausgang und bekanntem Setting. Ein Haus, viele Kameras... unerklärliche Ereignisse. Dass das trotzdem spannend bleibt, dafür sorgt das Ungewisse, weil man als Zuschauer ständig schaut, ob man nicht vielleicht doch etwas entdeckt. Eine Bewegung im Hintergrund, ein Schatten, ein Gegenstand, der sich rührt. Dass das lange Zeit nicht passiert und man so immer intensiver wartet, macht die Sache irgendwie interessant - auch wenn man weiß, wie das enden wird. Wenn der Punkt kommt, häufen sich die Ereignisse (wie es sein soll) und führen zu ein paar Schock- und Schrecksequenzen, die auch noch ganz passabel sind. Den Schauspielern kauft man - bis auf ein, zwei selten dämliche Verhaltensweisen - ihre Rollen auch ab und hat im Grunde das Gefühl, hier tatsächlich einer stinknormalen Vorstadtfamilie zuzusehen, über die relativ schnell das Grauen hereinbricht. Am Ende ist es gut, dass in knapp 91 Minuten alles abgehandelt ist. Ist der Anfang auch etwas behäbig und der Aufbau vielleicht etwas zu lahm, ist es dafür am Ende umso elektrisierender und spannend. Und damit ist "Paranormal Activity 2" immer noch okay - selbst für einen Neuaufguss.

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkParamount Pictures/Blumhouse Productions/Solana Films/Room 101

Dienstag, 8. Juni 2021

パラノーマル・アクティビティ 第2章 TOKYO NIGHT - Paranōmaru Akutibiti Dai Ni Shō: Tōkyō Naito - Paranormal Activity: Tokyo Night (2010)

https://www.imdb.com/title/tt1728179/
https://letterboxd.com/film/paranormal-activity-tokyo-night/

Haruka (Noriko Aoyama) hat sich im Amerikaurlaub beide Beine gebrochen. Zuhause sitzt sie den ganzen Tag herum und lässt sich von Bruder Koichi (Aoi Nakamura) verpflegen. Langweilig könnte es werden, aber praktisch mit ihrer Ankunft haben mysteriöse Ereignisse eingesetzt. Ihr Bruder dokumentiert alles mit Videokameras. Dinge, die ohne Zutun ihre Position verändern, Spuren, die auf unsichtbare Dritte deuten. Nachts im Bett kann Haruka spüren, dass sie nicht allein ist...

Die japanische Version des starken und innovativen Horrorstreifens "Paranormal Activity" zitiert ausgiebig das Original und bringt kaum etwas Neues, bis auf die einzige gute Sequenz in den letzten 5 Minuten. Das nahezu einzig bemerkenswerte ist die Tatsache, dass die Japaner ein Remake von einem Horrorfilm, der aus Amerika kommt machen und nicht umgekehrt. Der Löwenanteil des Plots (außerhalb der Überwachungskamera-Szenen) ist leider zu ereignis- und einfallslos, um zu unterhalten, so dass sich nach der Mitte zunehmend das Gefühl aufdrängt, diesen Langweiler abstellen zu müssen. Lediglich das Ende versöhnt wieder etwas, kann aber einen uninteressanten Film auch nicht mehr in das Mittelmaß hieven. Es bleibt dabei, dass nur das Original genügend Qualitäten für einen sehenswerten Film aufweist, während die Nachfolger in mehr oder weniger einfallsloser Weise lediglich das Konzept ausschlachten.

4,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Cinema Sunshine/IM Global/Presidio/Musashino Ad

Sonntag, 11. September 2016

Paranormal Activity: The Ghost Dimension - Paranormal Activity: Ghost Dimension (Extended Cut) (2015)

http://www.imdb.com/title/tt2473510/
https://letterboxd.com/film/paranormal-activity-the-ghost-dimension/

Ryan Fleege (Chris J. Murray), Ehefrau Emily (Brit Shaw) und die kleine Tochter Leila (Ivy George) brauchen einen Tapetenwechsel. Doch in ihrem neuen Heim entdeckt die Familie ein paar Gegenstände, die darauf schließen lassen, dass hier früher unheilvolle Dinge passierten. In einer Kiste lagert VHS-Material, das Ryan mit seinem Bruder Mike (Dan Gill) sichtet, und das Furchtbares erahnen lässt. In einem der Filme werden die Mädchen Katie (Chloe Csengery) und Kristi (Chloe Csengery) in übersinnliche Praktiken eingewiesen – und Katie im Video bemerkt die Präsenz der Brüder, obwohl die Aufnahmen zwanzig Jahre alt sind. Es dauert nicht lange, bis die kleine Leila Opfer von Geisterattacken wird – die sich durch die Linse einer speziellen Kamera, die ebenfalls im neuen Haus gefunden wurde, sogar sehen lassen...

Kaum zu glauben, dass ein damals bahnbrechender Film wie "Paranormal Activity" mittlerweile in die fünfte Runde gehen konnte, zumal bei allen Teilen eigentlich immer wieder das Gleiche gezeigt wurde. Rein "zufällig" zeichnet nämlich immer eine Kamera, egal ob Überwachungs-, Hand- oder Stativkamera, "seltsame" Geschehnisse auf - noch bevor diese überhaupt Bahn brechen. Und dabei sind wir gleich beim Kern der Sache, denn es ist immer noch absolut unglaubwürdig, dass der Vater oder der Freund oder wer auch immer ständig mit einer Kamera in der Hand durch die Gänge seines eigenen Hauses hechtet und sogar in der Nacht mit selbiger sein Kind besucht. Letzteres grenzt wohl eher an Pädophilie als an das Suchen nach Geistern oder Geistererscheinungen. Nichtsdestoweniger spricht der Erfolg der Reihe ja für sich. Denn immerhin, legt man mal sämtlichen hanebüchenen Blödsinn wie den oben beschrieben beiseite, kann die "Paranormal Activity"-Reihe doch vor allem eins: gut unterhalten.

So auch der fünfte Teil, "Ghost Dimension". Obwohl die Familie selbst etwas blass bleibt, aber immerhin sympathisch wirkt, und man der Blonden mit dem großen Vorbau und der knappen Jeans nicht im Geringsten abkauft, dass sie sich mit paranormalen Phänomenen auskennt, bietet "Ghost Dimension" ein paar nette gruselige Effekte, die einem vor allem dann erschrecken können, wenn man von dem Film komplett eingenommen wurde. Klar, man weiß, dass da etwas ist. Aber man wartet auf den Moment. Und dieser Moment kommt des Öfteren im Film vor und zaubert das eine oder andere Mal einen wohligen Schauer über den Rücken. Und so gelangt man sich von Jumpscare zu Jumpscare, welche mal mehr, mal weniger gut passen, zum etwas einfältigen Finale, welches irgendwie unbefriedigt zurück lässt. Kaum Neues also im Land der paranormalen Aktivitäten, aber immerhin ein unterhaltsamer und teilweise auch schön gruseliger Found-Footage-Streifen für die Geisterstunde.

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Paramount Pictures/Blumhouse Productions/Solana Films/Room 101